Die Geschichte der Akaflieg Dresden

Nicht die Asche bewahren, sondern die Glut weitertragen…
<Lutz Müller>


Schon kurz nach der Gründung der Akaflieg Dresden im April 1998 drückte mir Werner Schuffenhauer vom Fliegerclub Großrückerswalde einen Umschlag mit Fotos aus den 1930er Jahren in die Hand und erklärte mir, dass es schon mal eine Akaflieg Dresden gab.
Kathrin Havemann bekam bald von Hans Zacher eine Kopie des eigentlich ersten Berichtsheftes der Akaflieg Dresden, der Festschrift zum 10-jährigen Stiftungsfest. Sie recherchierte auch in Dresdner Archiven, aber die Ergebnisse waren recht bescheiden. Der alte Herr der Akaflieg Berlin, Hans-Joachim Wefeld, sandte Jens Braunes 1999 einige Exemplare seines Buches „Mitteldeutsche Hochschüler am Himmel“ und Christoph Schlettig bekam 2004 Material vom lausitzer Luftfahrthistoriker Egbert Wünsche.
Damit wird schon unser größtes Handicap deutlich. Die Akaflieg Dresden löste sich 1933 auf. Dadurch zerstreuten sich ihre ca. 15 Mitglieder in alle Welt. Zeitzeugen, die die Akaflieg 1933 noch im Alter von 16 bis 20 Jahren erlebt hätten, wären zur Neugründung 81 bis 85 Jahre alt gewesen.
Der Weg führte uns daher ausgehend vom Universitätsarchiv und von Bibliotheken, zu Luftfahrthistorikern und über Meldeämter und Archive auch zu persönlichen Nachlässen einzelner weniger Akaflieger. Viele Spuren können noch verfolgt werden, allerdings ist der Weg mühsam und zeitaufwändig. Der Erfolg ist oft sehr bescheiden. Was am Ende der Spuren, die noch verfolgt werden können, auf uns wartet, wissen wir erst, wenn wir es uns erarbeitet haben. Auch das ist wertvolle Forschungsarbeit.
Frank Schröder und ich haben uns rechtzeitig vor dem 10. Geburtstag der Akaflieg Dresden ins Universitätsarchiv gesetzt und im Nachlass von Prof. Erich Trefftz über 200 Briefe der „alten“ Akaflieg und von ihren Mitgliedern gefunden. Sie reichen von 1926 bis 1936 und dokumentieren unter anderem die väterlich-freundschaftliche Verbundenheit vom Bauprüfer Erich Trefftz mit seinen Akafliegern und Studenten.
So wurde aus dem 10. ein 84. Geburtstag und zwar nur mit 7 Tagen Differenz. Das Datum der Ausgründung aus dem Flugtechnischen Verein Dresden, den 14.04.1924, und Artikel aus den Jahren 1920 bis 1933 fanden wir in der Zeitschrift „Flugsport“.
Der größte Schatz wurde uns bisher von Mirko Schinnerling vom Sächsischen Verein für historisches Fluggerät zur Verfügung gestellt: die persönlichen Daten von Hans Schreier und seine zwei Fotoalben mit ca. 200 Bildern aus der Zeit zwischen 1928 und 1933. Diese illustrieren die Schriften aus den Archiven und sorgen für ein bildliches Verständnis unserer Geschichte.
Inzwischen gibt es einen „Arbeitskreis Idaflieg-Geschichte“ mit dem Ziel, ein für alle Akafliegs nutzbares Archiv aufzubauen. So würde es möglich, das Wissen und die Erfahrungen aller Akafliegs über die Generationen zu erhalten, und vor allem so einfach nutzen zu können, wie man es von einer Bibliothek kennt. Das setzt allerdings das Verständnis und die Mitarbeit aller Akaflieger voraus.

Institut für Luft- und Raumfahrttechnik