Sondermessprojekte

Die jährlich im Rahmen des Idaflieg Sommertreffens stattfindenden Sondermessprojekte dienen der experimentellen Untersuchung aerodynamischer sowie anderer flugtechnischer Probleme. Sie werden von unseren Mitgliedern häufig für die praxisnahe Durchführung einer Studienarbeit genutzt. So hat es auch in diesem Jahr wieder drei Sondermessprojekte gegeben. Erstmals flogen zwei davon am Heimatflugplatz in Schwarzheide:

Transitionsmessungen mit Thermoanemometrie

In Fortsetzung der Sondermessprojekte von 2006, 2008 und 2009 sollte der laminar-turbulente Umschlag auf dem Flügel detailliert beobachtet werden. Dazu kam ein Flügelhandschuh zum Einsatz, der über Bohrungen zur Messung der Druckverteilung verfügte, sowie die gesamte Instrumentierung einschließlich einer Sonde in der lokalen Zuströmung trug.

 

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Anströmwinkelverteilung im Thermikflug

Um der Frage nach temporären und spannweitig lokal überzogenen Flugzuständen beim Thermikflug nachzugehen, wurde eine Diplomarbeit herausgegeben. Für Anströmwinkelmessungen unter thermischen Wetterbedingungen war der Twin mit über die Spannweite verteilten pneumatischen Sonden bestückt. Parallel dazu wurden Strömungsstrukturen mittels Wollfäden auf dem Flügel und einer Kamera auf dem Leitwerk erfasst. Damit lassen sich die Anströmverhältnisse den lokalen Ablöseszenarien korrelieren.

 

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Untersuchung des Höhenruderauftriebes

Zur praktischen Überprüfung typischer Auslegungskriterien sollte ermittelt werden, bei welchen Flugzuständen das Höhenleitwerk Auf- bzw. Abtrieb erzeugt. Dazu scheint die Drehrichtung des Leitwerksrandwirbels das am besten geeignete Kriterium, da sie sich durch einen am Ruderrandbogen befestigten Wollfaden leicht feststellen lässt. Die Überwachung erfolgt durch einen Spiegel oder eine Kamera aus dem Schiebefenster, bzw. auf dem Flügel.

Für den Twin Astir zeigt sich bei der gegebenen Beladung, dass das Leitwerk ab etwa 130 km/h (c_A<=0.45) deutlich Abtrieb erzeugen muss; der Wollfaden markiert einen recht starken nach außen drehenden Randwirbel. Im Langsamflug hingegen ist die Druckpunktwanderung am Flügel so schwach, dass der Faden nahezu regungslos nach hinten hängt. Im Gegensatz dazu ist der Randwirbel am Flügel im Langsamflug am stärksten. Bei entsprechender Auftriebsverteilung kann aber auch er im 
Schnellflug die Drehrichtung wechseln.

Institut für Luft- und Raumfahrttechnik